Chronik

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… seit 1868

1868 gründete der damalige Dorfschulmeister Alois Albrecht eine Musikkapelle.
Schon vor dem Gründungsdatum langte die erste Rechnung ein (Der Alptraum eines jeden Kassiers!): “Dem Instrumentenmacher für zwei Trompeten und Ausbessern von zwei Klarinetten und einem Bombardon . . .  55 Gulden 40 Kreutzer.”
Demnach können wir davon ausgehen, dass auch schon vor 1868 diverse kirchliche Feste gemeinsam mit der Blasmusik gestaltet wurden.

Anno 1888:

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Anno 1907:

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Doch erkunden wir noch ein wenig weiter unserer Vergangenheit: Während des ersten Weltkrieges sah die Lage ziemlich trist aus – eigentlich sah die Lage gar nicht aus, denn es gab uns nicht mehr. Von 1914 – 1918 lösten wir uns nämlich auf.
1918, frisch wiedergegründet, machten wir uns auf zu erneuten Höhenflügen. Bei einem Preisspielen siegte der 22 Mann starke Musikverein Ansfelden. Aber auch dieser Höhenflug endete in einem Absturz. Der 2. Weltkrieg führte zu einem neuerlichen “AUS” für die Ansfeldner Musiker. (Verzeihung die Damen, aber Blasmusik war damals eine männlich dominierte Angelegenheit!)

Immerhin hatten wir 1945 wirklich andere Sorgen als Musik zu machen. Abgesehen davon waren viele ehemalige Musiker nicht aus dem Krieg zurückgekehrt. Wenn wir den Ansfeldner Annalen trauen dürfen, dann waren es die Ansfeldner selber, die wieder Ihre Musikkapelle hören wollten. Bei solchen Anhängern war also die 2. Neugründung eine Selbstverständlichkeit. Nachdem es damals auch noch keine Diskotheken, Bälle und Ähnliches in Ansfelden gab, die Menschen aber dennoch tanzen wollten, wurde auch noch schnell eine Tanzkapelle mitgegründet. “Die Herzbuam” aus Ansfelden spielten damals auf.

Anno 1947:
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Anno 1963:

anno1963

Die Zeit zwischen 1945 und unserem 100sten Geburtstag 1968 war geprägt vom Aufbau. Nicht nur Ansfelden sondern auch wir wuchsen – und wurden älter. Als 1973 Ing. Michael Hochgatterer die Kapellmeisterstelle übernahm, begann neben einer neuen Ära auch eine Verjüngungskur. In einer einzigartigen Aktion versuchten wir junge Menschen zu gewinnen. Das war gar nicht so einfach, denn damals gab es noch kein flächendeckendes Netz von Musikschulen.
Also übernahmen es die Musiker selber, dem Nachwuchs bei den ersten Tonstudien unter die Arme zu greifen.
Schon 1975 wurden bei der Jahreshauptversammlung 26 neue Musiker vorgestellt. (Kleiner Einwurf des Kassiers: “Die mussten natürlich auch alle mit den notwendigen Instrumenten versorgt werden!” Fazit: Auf unserem Konto war ein dickes, fettes, rotes Minus!)

Höhepunkt dieser Jungmusikerausbildung war das einwöchige Trainingslager im Mühlviertel. In einem alten Bauernhof wurde ein Matrazenlager errichtet und eine ganze Woche lang musiziert. Einige der Frauen unserer Musiker übernahmen die Organisation für die Verpflegung der Bläserbande.
(Kein leichtes Unterfangen, denn bekanntlich können Jugendliche in diesem Alter ja Unmengen vertilgen!) Auf jeden Fall waren diese Jungmusikerlager bemerkenswert produktiv. Und dass der Spaß dabei nicht zu kurz kam, versteht sich von selbst!

Nachdem der Musikverein weiter wuchs, drohte somit schon das nächste Problem. Wohin zum Proben? Der Gasthaussaal, den wir damals benutzt hatten, wurde allmählich zu klein und deshalb war es an der Zeit, sich Gedanken über ein Musikheim zu machen.
(Kleiner Einwurf des Kassiers: “Wir . . .” – ist ja gut, eh schon wissen: Kein Geld, keine Musik – und auch kein Probenlokal!)
Also legten wir selbst Hand an, um unser neues Heim zu schaffen. 1978 war es fertig.

Im gleichen Jahr wurde aber noch eine weitere Idee realisiert. Die Räumlichhkeiten ein Konzert zu gestalten waren 1978 noch ziemlich limitiert. Und nachdem der schöne Saal des Pfarrhofes aus allen Nähten zu platzen drohte und die lokalen Gasthäuser etwas überfordert waren, gingen wir auf die Suche nach einem neuen Saal.
Den Saal haben wir nicht gefunden, dafür den ausreichend großen Innenhof vom Plaßgut. Und somit wird seit 1978 alljährlich der Hof der Familie Schreiberhuber zum Konzerthaus umfunktioniert.
Keine Frage, noch jedes Jahr haben wir am Fronleichnamstag gebangt, ob das Wetter für unser Open-Air-Konzert auch halten wird. Und hin- und wieder kommt es vor, dass wir die Zuschauer während des Konzertes bitten müssen, die Sessel und Bänke zu nehmen, weil wir wegen Regens das Konzert in den Stadel verlegen müssen.
Das macht das Konzerte am Bauernhof immer zu etwas Besonderem!

Anno 1980:

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Anno 1994:

anno1994

Der zweite Höhepunkt auf den wir alljährlich hinproben, ist das Kirchenkonzert in der Pfarrkirche von Ansfelden.
Traditionell am 8. Dezember abgehalten, macht es uns noch jedesmal eine besondere Freude, den ganzen Vorweihnachtsrummel mit ein paar besinnlichen Klängen zu boykottieren.

Ansonsten waren die letzten 40 Jahre von vielen Musikfesten,
zwei Tourneen nach Frankreich,
mehreren Ausflüge nach Deutschland und Slowenien,
Gastspielen in Belgien,
Frühschoppen,
Dämmerschoppen,
Wertungsspielen,
Jungmusikerlagern,
Marschwertungen,
Hochzeiten aber auch Begräbnissen,
Dorffesten,
Mostkosten . . .
. . .  gekennzeichnet!

(Nicht zu vergessen die vielen Proben, Ausschusssitzungen, Diskussionen, Probenachbereitungen oder wie auch immer Sie das gesellige Beisammensein im Musikheim nennen wollen.)

 

Fast 150 Jahre sind eine ganz schön lange Zeit.
Die Musik hat sich geändert, genauso wie die Trachten und unser ganzes Aussehen. Wir ändern und verändern uns eben ständig.
Und dennoch sind und waren wir immer Teil von Ansfelden. Diesen Beweise erhalten wir immer wieder von unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern.
Die zahlreichen Spenden aus der Bevölkerung, die Unterstützung der Gemeinde und das Entgegenkommen von Wirtschaftstreibenden erfüllen uns mit Dankbarkeit, sind aber auch gleichzeitig ein Auftrag.

Es gilt, dass wir uns für Ansfelden einsetzen, das Beste zu geben und da zu sein, wenn wir gebraucht werden!

Keine Frage, auch wir haben manchmal Probleme mit unserem Probenbesuch. Auch bei uns gibt es hin- und wieder Streitereien. Auch wir haben schon mal ein Musikstück geschmissen. Oft kostet es schon eine große Überwindung, bei einem Umzug oder einem Frühschoppen zu spielen.
Das alles kommt in den besten Orchestern vor.
Seien wir doch ehrlich, wir alle kennen das.

Anno 2010:

Die Gründe beim Musikverein zu sein, sind genauso unterschiedlich wie die Musiker selber. Es muss nicht nur die Musik sein, die uns dazu bringt, in die Probe zu gehen oder ein Konzert zu spielen. Aber Musik gut zu spielen, sollte unser Ziel sein! Und ein gemeinsames Ziel eint bekanntlich.

Anno 2014:

MV mit Rock 2014 (Mittel)

 

Zum Abschluss können wir also sagen: “Viele Jahre und kein bisschen leise!” – Aber die “piano”-Stellen liegen uns ohnehin nicht so sehr!

Burghart Lell