40. Konzert am Bauernhof NACHLESE

31. Mai

NACHLESE
Konzert am Plassgut 2018

Jubelklänge

 

Dem Anlass entsprechend haben wir mit Jubelklängen dieses Jubiläumskonzert eröffnet. Als Ernst Übel diesen Konzertmarsch 1926 komponierte, gab es uns schon 58 Jahre lang. […]

Und doch gibt es noch einen weiteren roten Faden, dem wir folgen werden. Wir sind bekanntlich 150 Jahre alt und nachdem der Musikverein auch immer ein Spiegelbild seiner Zeit war, dürfen wir uns fragen: „Was hat sich in diesen 150 Jahren musikalisch getan?“

1874 zum Beispiel hatte das nun folgende Stück Premiere. Der Musikverein war damals gerade einmal 6 Jahre alt, als Johann Strauß Sohn, die Operette die „Fledermaus“ im Theater an der Wien uraufführte, und damit einen Höhepunkt im goldenen Zeitalter der Operette setzte.

Wir brauchen, zu diesem Stück nicht mehr dazusagen. Es gehört zum österreichischen Kulturgut, und kein Silvesterabend wäre komplett, wenn nicht „die Fledermaus“ in Theatern Landauf und Landab herumflattern würde. Daher ein – ganz traditioneller Auftakt – hier und jetzt – mit der Ouvertüre zur Operette, „Die Fledermaus“ von Johann Strauß….

Fledermaus Ouvertüre

 

In den letzten Jahren hat der Musikverein Ansfelden unter Alexander Quasnicka einen gewissen Bezug zu Operetten und Musicals entwickelt. Im Oktober 2015, hat diese Entwicklung mit der Aufführung von „Cilli und der schwarze Graf.“ ihren Höhepunkt erfahren.

Als in Berlin das Singspiel, „Im Weißen Rössl am Wolfgangsee“ 1930 uraufgeführt wird, waren die „Ansfeldner“ schon 38 Jahre zusammen. Der erste Weltkrieg war gerade mal 12 Jahre zu Ende und die deutschen Nachbarn kamen gerne nach Österreich auf Sommerfrische…

Der Österreich Tourismus boomte, wie man heute so schön auf Neudeutsch sagen würde. Und diese Operette rührte kräftig die Werbetrommel, für die Alpen – die Seen und die Natur.

Dieser Erfolg wurde erst einen weiteren Weltkrieg später im Jahre 1960 getoppt, als diese Operette an Originalschauplätzen verfilmt wurde. Peter Alexander, Waltraud Haas und Gunther Philipp in den Hauptrollen, brachten den Bühnenerfolg nun ins Kino, und das „Weiße Rössl“ in St. Wolfgang stieg im Bekanntheitsgrad in eine Liga mit dem Hotel Sacher in Wien, dem goldenen Hirschen in Salzburg oder dem Adlon in Berlin auf.

Im Zuge der Vorbereitung zu diesem Konzert habe ich mir den Film wieder einmal angesehen. Der unschuldige Charme dieses Films ist nach wie vor hinreißend. Besonders bemerkenswert fand ich, dass in einer gewissen Weise schon 1960 der übertoursimus angeprangert wird. Ein Phänomen, das eigentlich erst 50 Jahre später zum internationalen Problem werden sollte. Hier sei nur auf das jüngste Beispiel von Hallstatt verwiesen, das bereits überlegt, den Besuch von Touristen zu kontingentieren. Da kann man dann im Salzkammergut, gar nicht mehr gut lustig sein. – Wir lassen diesen Gedanken einmal so stehen und widmen, uns den Melodien dieses Singspiels.

Zu den Originalkompositionen von Ralph Benatzky wurden auch noch einige Lieder von Robert Stolz hinzugefügt, und auch ein bisschen Swing hat Einzug gehalten. Ein Musikstil der in den 60ern ganz in war. Wenn man den Film sieht merkt man, wie die Zeit vorangeschritten ist. Wir wollen nicht sagen, dass er altmodisch ist – aber ein bisschen Patina hat er halt schon angesetzt…

Im Weißen Rössl

 

Bleiben wir noch ein wenig im Salzkammergut. Wenn wir etwas weiter nach Süden wandern, bleibt das Salzkammergut gleich, aber aus Oberösterreich wird die Steiermark.

Und „Steiermark Suite“ nennt sich das nun folgende 3 sätzige Stück. – Ziel, des Komponisten war es, der grünen Mark ein musikalisches Denkmal zu setzen. Naja, sagen wir mal: es war das Ziel des Steirischen Blasmusikverbandes, der dieses Auftragswerk geordert hat.

Andraschek beschreibt im ersten Satz „Burgen und Schlösser“. Es geht ihm dabei nicht so sehr um das finstere Mittelalter, sondern um die Feste die auf diesen Burgen und Schlössern gefeiert wurden. Die Turniere, die man auf den Burgen oder in deren Schatten abhielt, um das freudige Dasein in den Schlössern, den Menschen, und alles was zu diesem höfischen Leben einfach dazugehörte.

Der zweite Satz mit dem Titel: „Täler und Berge“ ist ruhig und ewig wie die steirischen Alpen. Die aufgehende Sonnen wirft das erste Licht in die Täler und Dachstein und Co präsentieren sich in einem umwerfenden Naturschauspiel. Die Alpen glühen in der Morgensonne, die unablässig höher steigt.

Im dritten Satz: „Wasser und Wälder“ folgt der Komponist einigen kleinen Quellen, Rinnsalen, Bächen wie sie in den ewigen Wäldern der grünen Mark entspringen, und lustig über Felsen und Steine talwärts sprudeln – Richtung Mur – und Mürz.

Und dann ist da noch jemand – dem der Komponist seine Aufwartung macht – Erzherzog Johann.

Ihm widmet Andraschek die letzten Takte seiner Steiermark Suite.

Steiermark Suite

 

Arnold Schwarzenegger – ein weiterer berühmter Steirer hatte einen Traum – nämlich internationale Karriere zu machen. Und so wanderte er 1968 nach Amerika aus, um professioneller Bodybuilder zu werden und um seinen American Dream zu verwirklichen. Für Arnie, wie er in den Staaten liebevoll genannt wird, hat sich dieser Traum vom „legendären Tellerwäscher zum Millionär“ ausgezahlt.

Er ist ein gutes Beispiel für einen der es geschafft hat. Jetzt fragen wir uns aber einmal: Wie viele Menschen jagen eben einem Traum nach und stellen im Laufe Ihres Lebens in den Staaten fest, – dass eben dieser Traum – wie eine Seifenblase zerplatzt ist.

Interessant – dass in den großen Auswanderungswellen der 50er und 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts, die Menschen gar nicht schnell genug „Amerikaner“ werden konnten. Oftmals besuchten Sie ausgerüstet mit einem schrecklichen Akzent wieder in die alte Heimat zurück. Frank Stronach, oder – Franz Strohsack – wie er vor seiner Emigration nach Kanada hies, war ja bekanntlich auch Steirer.

In den großen Metropolen hingegen, fanden sich Immigranten zusammen und versuchten in abgeschotteten Vierteln die kulturelle Identität Ihrer Herkunftsländer zu leben. Namentlich seien hier die Chinatowns oder die jüdischen Viertel genannt. Das gleiche gilt aber auch für Russen, Kubaner Italiener und in gewissem Masse für Mexikaner.

Logisch, dass es dabei zwischen den Bevölkerungsgruppen manchmal zu Reibereien kommt. Und wenn dann speziell die Jugend der zweiten und dritten Generation der Einwanderer – einer gewissen Perspektivlosigkeit anheimfällt, dann können diese Jugendlichen auch ganz schnell in ein kriminelles Milieu abdriften. Und hier setzt Leonard Bernstein mit seiner West Side Story an. Es geht um den Bandenkrieg zwischen Amerikanern und Puerto-Ricanern. Der Streit zwischen Jets und Sparks bildet aber nur die Rahmenhandlung für eine Romeo und Julia Geschichte um Tony und Maria. Aber genauso wie bei Shakespeare endet dieses Stück in einer Tragödie.

Man darf Bernstein zu Gute halten, – dass er in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts eine Sprache, eine Musik und eine Szenische Darstellung gefunden hat, mit der er neue Generationen für diesen Stoff begeistern konnte. Anders ausgedrückt kann man sagen, durch das hohe Niveau von Schauspiel, Tanz und Gesang wurde bei der West Side Story die Mutter aller Musicals geschaffen.

Leonhard Bernstein, wäre heuer 100 Jahre alt geworden.

West Side Story

 

O Vitinho

 

Willkommen zurück zur zweiten Halbzeit. Zu Beginn haben wir mit „O Vitinho“ einem Marsch gespielt, der aus der portugiesischen Feder von Francisco Marques Neto stammt. Ich glaube – es ist das erste Mal – im Rahmen dieser Konzerte, – dass wir Musik aus Portugal aufgeführt haben. Aber wie gesagt auch wir sind Neuem gegenüber aufgeschlossen.
Irgendwer hat einmal die Regel aufgestellt, dass zu einem guten Konzert ein Walzer und eine böhmische Polka gehören.
Um den Walzer, haben wir uns im Rahmen der Fledermaus bemüht. Und die böhmische Polka steht jetzt auf dem Programm. Sie heisst
„Traum einer Marketenderin“ –  und stammt von Franz Maierhofer.  

Traum einer Marketenderin

 

Der erste Hafen für europäische Einwanderer war meist New York, und das Symbol der Hoffnung auf ein neues Leben war, die Freiheitsstatue. 

Lassen Sie uns deshalb einen genaueren musikalischen Blick auf den „Big Apple“ werfen. Bevor wir heute auf dem berühmten John F. Kennedy Flughafen landen, ziehen wir noch eine elegante Schleife zu Motiven von George Gershwin über der Stadt mit einem ersten Blick auf die Halbinsel Manhattan. – Willkommen im Land des „Rhythm and Blues“. Mit einer Generalpause Beschließen wir die Einleitung.

Wir beginnen die Erkundung der Stadt an ihrem südlichsten Punkt, direkt am Hudson River. „Battery Park“ heißt dieser Garten von wo aus man den New Yorker Hafen sehen kann, aber auch die alten Kanonen mit denen die Einwohner Ihre Siedlung verteidigt haben, als sie noch „Nieuw Amsterdam“ genannt wurde. Die Melodie ist ruhig und leise.

Kommen Sie mit Einkaufen. Der Dollar steht günstig. Die 5th Avenue – ein Paradies. Es gibt kaum etwas, was es auf der 5th Avenue nicht gibt. Menschenmassen drängen sich durch die Einkaufstempel von Macy’s oder Sak’s. Menschen eilen von einem Geschäft ins nächste; die Registrierkassen, klappern, scheppern, klingeln und die Kreditkartenapparate piepsen um die Wette. Der Dollar rollt – Wirtschaftskrise hin- oder her.

Dürfen wir ein wenig Zeit zum Verschnaufen anbieten? Gönnen wir unseren müden Beinen eine kleine Erholung. Wandeln wir noch einmal auf den Spuren der Iren und gehen wir in die St. Patrick’s Church, dem größten Kirchenbau Manhattans. Und doch im Vergleich zu den angrenzenden Wolkenkratzern ist die Kirche winzig und klein. Mitten in New York steht diese Kirche, aber hier an der Wall Street dominieren Mammon, Business, das schnelle Geschäft, Dow Jones und Aktienkurse, Bullen, Bären, Profite, Gewinnmargen, Anlegerinteressen. Von den Chefetagen im 28sten oder 33sten Stockwerk kann man die einzelnen Menschen unten auf der Straße nicht mehr erkennen, wohl aber die Zahlen auf den Kontoauszügen.

Die Kirche hat andere Aufgaben: Die Kirchengemeinde muss sich um die sozial Schwachen kümmern, um diejenigen, die den Rhythmus nicht mithalten können, die aus dem System fallen und auf der Straße landen. Die Menschen stehen im Schatten der Wolkenkratzer, im Schatten des großen Geschäftes und vom Platz an der Sonne können sie nur träumen. Für diese Menschen ist die Kirche wichtig.

St. Patrick’s empfängt uns mit Gelassenheit und Ruhe. Ein gregorianischer Choral zieht uns in seinen Bann, und wir hören das Läuten der Glocken, das draußen im Lärm der Großstadt untergegangen war.

Wenn wir so in den Kirchenbänken sitzen und einfach nur zuhören, denken wir vielleicht an die Gospelgsänge bei Gottesdiensten in Harlem. Afroamerikaner feiern hier die Messen mit Gesang und Tanz. In Harlem steht die Wiege des Jazz. An allen Ecken und Enden trifft man auf „Jam Sessions“ – Musiker kommen spontan zusammen und improvisieren – ohne Noten, einfach nur so. Doch Harlem ist auch die Heimat des „Cotton Club“. Alle Großen des Jazz traten hier schon auf. Seien wir vorsichtig, so ganz geheuer ist die Gegend nicht.

Kommen wir zu einem etwas friedlicheren Plätzchen – zum grünen Herzen der Stadt. Wie eine Oase inmitten von grauen Häusern liegt der Central Park. – Die Melodie erinnert ein bisschen an die Filmmusik zu Winnetou. Eine Hommage an die Indianer, oder die Indogenen Völker, wie das politisch korrekt jetzt heißt.

Der See in der Mitte des Parks ist Treffpunkt für Verliebte. Wir können einem Konzert lauschen, oder ein Ruderboot mieten, oder einfach nur die Enten füttern. Auf den Wegen des Parks schieben Nannys die Kinderwägen vor sich her. Ein paar Kids sausen auf roller-blades oder Skateboards in ultra-coolem Outfit durch den Park. Jogger ziehen Ihre Runden. Und hin- und wieder trifft man auf „Law- and Order“, in Form von Polizisten hoch zu Ross. Das Klappern der Hufe am Asphalt ist schon von weitem zu Hören. und erinnert fast ein wenig an die Anfänge der USA mit den Sheriffs des Wilden Westens.

Abends stürzen wir uns dann in die Welt des Glitter and Glamour – es geht nach „Down Town New York.“ Der Broadway ist hell erleuchtet von den Leuchtreklamen, den blinkenden Lichtern und riesigen Bildschirmen. Hier pulsiert das Leben, hier ist es aufregend, abwechslungsreich und gleichzeitig verwirrend. Jedes 2. Haus ein Theater, ein Kino, ein Club, eine Disco, eine Musical Bühne – und der Dauerbrenner heißt: „West Side Story!“ – Lenard Bernsteins Meisterwerk über das Lebend von Puerto-Ricanischen Gangs in New York – aber die kennen wir ja bereits. Der mitreißende Rhythmus des Schlagzeugs und des Xylophons lässt keinen kalt. Und erweist den vielen ethnischen Gruppen in New York Referenz die hier mehr oder minder friedlich zusammenleben.

Mit einem Grandioso und einem Blick über die Bucht von New York schließen wir unseren Besuch ab. Dort in der Mitte auf einer kleinen Insel steht die Freiheitsstatue – das Symbol der Hoffnung auf ein neues Leben. 

New York Ouvertüre

 

Die New York Ouvertüre steht auch für die vielen niederländischen Komponisten, die die jüngere Blasmusikliteratur maßgeblich geprägt haben.

Amerika ist aber auch das Land der Prozesse. Rechtsanwälte haben dort ein recht gutes Auskommen. Zufälligerweise hörte ich auf meinem Weg hierher nach Ansfelden von einer Studie über freiwilligen Arbeit. Und eines der Ergebnisse war, dass es in Ländern mit einer hohen Rechtsanwaltsdichte, weniger freiwilligen Arbeit gibt. Das hat viel mit Vertrauen zu tun. Wenn man sich auf einander verlassen kann, da braucht es kaum Regeln, die eingeklagt werden müssen. Ein Handschlag gilt noch etwas. Und bei uns ist das nicht anders.

Beim Musikverein steht die „Freiwilligkeit“, ganz hoch im Kurs. Der Lohn dafür ist die Anerkennung, die wir Musikerinnen und Musikern für Ihre Leistungen zollen.

Um Anerkennung in Amerika geht es auch in unserem nächsten Stück. Nur wir wechseln von der Ost- and die Westküste – genauer gesagt nach Los Angeles und Hollywood. Los Angeles heißt bei den meisten Amerikanern einfach L.A. – kurz LA. Es geht also beim LA LA Land um zwei Menschen, die in sich in Los Angeles Ihren Lebenstraum erfüllen wollen. Er, Sebastian, verehrt Jazzlegenden und träumt von seinem eigenen Jazzclub. Sie, Mia ist angehende Schauspielerin, und träumt von der ganz großen Karriere. Beide schlagen sich mit Gelegenheitsjobs durch. Diese ermöglichen zwar keine Entfaltung, aber bringen das nötige Kleingeld um zu leben.

Kennen Sie das Lied „Piano Man“ von Billy Joel? Das beschreibt die Situation so trefflich. Es geht um Menschen, die einen Job machen, den sie gar nicht machen wollen. Die überzeugt sind, wo anders viel besser sein zu können, aber sie kommen einfach aus ihrem Job nicht raus, und mit jedem Tag den sie sich weiter verleugnen, rückt Ihr Traum in noch weitere Ferne.

Sebastian und Mia treffen einander ein paar Mal bevor es funkt. Sie beschließen zusammenzuziehen, sind aber wie gesagt gefrustet von Ihren jeweiligen Situation. Um zu verdienen geht Sebastian mit einer Soul- und Jazzband auf Tournee, obwohl er nicht wirklich überzeugt ist. Als Mia schließlich ein Rollenangebot erhält, bei dem Sie für eine Zeit nach Paris übersiedeln muss, trennen sich die Wege der Beiden wieder.

5 Jahre später treffen sie einander in dem Jazzlokal, das Sebastian eröffnet hat. Auch Mia hat es geschafft und ist bekannte Schauspielerin, glücklich verheiratet und Mutter.

Das Schicksal hat die beiden aber nicht zusammengeführt und so gibt es auch kein Happy End Es hat halt nicht sollen sein.

Dieser Film mit den Musikeinlagen, knüpft an Filme wie Singin‘ in the Rain mit Fred Astaire and Ginger Rogers, oder Blondinen bevorzugt an. Der Erfolg gab den Machern recht.

Ein interessanter Spiegel für die Generation „Y“, und unserer heutigen Zeit. Die Beziehung zu einem anderen Menschen wird oftmals der eigenen Selbstverwirklichung untergeordnet und das – mit allen Konsequenzen.

Ein interessanter Musikfilm, und durchaus empfehlenswert.

Einige Highlights daraus jetzt hier und heute.

La La Land von Justin Horowitz.

 

  1. Another Day of Sun
  2. Mia & Sebastian’s Theme
  3. City of Stars
  4. Audition (The Fools, who dream)

Highlights from La la Land.

 

Bleiben wir noch ein wenig bei den Musikfilmen, aber machen wir einen Sprung zurück in die 70er Jahre, zur Generation Wickie, Slime und Paiper.

Die 70er waren für uns ganz entscheidend. Ing. Michael Hochgatterer übernahm den Dirigentenstab, und der Verein startete eine radikale Verjüngungskur. Wir bauten unser Musikheim, und spielten 1978 zu unserem 110-jährigen Jubiläum das erste Konzert hier in diesem Hof.

Was war sonst noch los. Da gab es die Geiselnahme bei den Olympischen Spielen in München 1972. 1973 trat England der EU bei und die Ölkrise trat ein. 1974 wurde Richard Nixon vom Watergate Skandal eingeholt und trat zurück. Kardinal Karol Wojtyla tritt als Papst Johannes Paul II an. Die ersten Videospiele treten auf den Plan.

Schon in den wilden 60ern begann mit der Flower-Power Bewegung ein gesellschaftliches Umdenken, und das setzte sich in den70ern fort. Und auch Rollenbilder begannen sich nun mit einer neuen Generation grundlegend zu ändern. Speziell die Emanzipation der Frau und der aufkommende Feminismus forderte konservative und klerikale Kreise heraus.

Provokation war ganz groß. Ausdruck dieser Geisteshaltung und des neuen Selbstbewusstseins waren Miniröcke und Hot Pants. Die Männer versuchten, dabei mit Langhaarfrisuren, Bärten und Koteletten modisch mitzumischen, standen dabei aber auf verlorenem Posten. Plateauschuhe, Glockenhosen und Plastikascessoirs, waren der verzweifelte Versuch mit der neuen Frau mitzuhalten. Die sexuelle Revolution, die mit Aufkommen von frei erhältlichen Verhütungsmitteln um sich griff, wurde Ende der 70er Jahre durch die Ausbreitung des HIV-Virus jäh gebremst.

Und in der populären Musik schwappte die Disco Welle über uns herein. ABBA, die Bee Gees, Village People und Boney M wurden von Ö3 und Co rauf- und runter gespielt. In der Rock Musik setzten Pink Floyd mit „The Wall“, Jethro Tull, Led Zeppelin, Deep Purple oder Uriah Heep Meilensteine.

Und in diesem Spannungsfeld komponierte Richard O’Brien sein Musical, the Rocky Horror Show. Die 1974 auch als Film in unsere Kinos kam.

Eine Persiflage auf eben diese Rock- und Popmusik, verbunden mit einem Schuss Komik und eben dem Aufgreifen von Tabus der sexuellen Revolution. Der Film war so schräg, dass das Publikum anfangs nicht wusste, was es damit anfangen sollten. Erst als sich eine hartnäckige Fangemeinde fand, die in Travestieverkleidungen das Kino stürmte, gelangte dieser Film zu Kultstatus – und den hat er noch heute.

Vielleicht erkennen Sie ja die eine oder andere Melodie aus

Der Rocky Horror Picture Show von Richard O’Brian.

  1. Science Fiction
  2. Hot Patootie
  3. Touch A touch a Touch me
  4. The Time Wharp
  5. Science Fiction

The Rocky Horror Picture Show

 

In den 70ern traten aber auch noch zwei andere Bands ins Rampenlicht. Queen – die Band rund um den charismatischen Frontman Freddie Mercury und Genesis mit Sänger Phil Collins. Speziell Queen versuchte immer wieder einmal das starre Schema der 3 Minuten Popsongs zu sprengen. Wir denken dabei an die Bohemian Rhapsody:

Und noch etwas entstand in den 70ern. Die Grenzen zwischen Ernster und Unterhaltungsmusik begannen zu verschwimmen. Klassische Orchester wie das London Symphony Orchestra und später dann auch das Vienna Symphony Orchestra Project unter Christian Kolonowitz begannen Popsongs mit großem Orchester einzuspielen.

Die Idee ist ganz interessant. Wenn man daran denkt, dass die Wiener Symphoniker plötzlich „abgerockt“ haben. Problem war: Bei den meisten Popsongs gibt es eine Melodie, der Rhythmus kommt vom Schlagzeug, und die Begleitung vom Bass. Für großes Orchester ist das oftmals ein bisschen dünn. Weil wenn 3 eine Melodie spielen, kommt diese meist ganz klar herüber, aber wenn 30 eine Melodie spielen wird das schon ganz schön kompliziert und die Gefahr besteht, dass alles irgendwie in einem Klangbrei untergeht.

Hier waren die Arrangeure gefordert, und begannen die Popsongs mit Gegenmelodien aufzupoppen. Auf den Pulten liegt nun Symphonic Rock, eine Zusammenstellung von 5 Popsongs von Queen und Genesis für großes Blasorchester.

Ich sage Ihnen die Lieder jetzt mit Absicht nicht an. Mal sehen, welche Sie erraten, wenn der Musikverein Ansfelden Symphonisch rockt

Symphonic Rock

 

Na, haben Sie Melodien erkannt: Da waren:

„It’s a kind of magic“ von Queen
Das steht auch für diesen Abend. 40-mal Konzert am Plassgut. Konzerte die etwas Magisches an sich haben.

Der zweite Titel war auch von Queen: “Another one bites the dust”
150 Jahre kommen wir zusammen und machen Musik. Wir teilen Freude, wir setzen uns über Generationsgrenzen hinweg und lernen Konflikte gemeinsam zu lösen. Ein Verein ist eine Schule fürs Leben. Viele haben mitgemacht, und sind nach einer gewissen Zeit auch wieder gegangen, wenn sich die persönlichen Ziele geändert haben.

Der 3. Titel: Radio „Gaga“ – steht für 2 Dinge.
Erstens ist es wichtig, dass sich der Verein auch neue Herausforderungen sucht. Die Carmina Burana im Jahre 2012 war so eine Herausforderung. Aber auch Auftritte im Fernsehen wie etwa der Musikantenstadel, erlauben einen Blick hinter die Kulissen des Musikbusiness. Es ist wichtig, dass wir unseren Weg ständig hinterfragen. Machen wir das Richtige für uns, unsere Jugend, und Sie – unsere Zuhörer? Sind wir noch authentisch? Sind wir noch wir?

Und der zweite Gedanke: Naja so kurz vor dem großen Musikfest, und der vielen Arbeit, bitten wir Sie uns nachzusehen, wenn wir manchmal jetzt schon ein bisschen „Gaga“ sind.

Der viertel Titel war von Genesis: „That’s all“
Ein guter Schlusspunkt für dieses Konzert.

Und schließlich die Hymne von Queen: We are the Champions – Wie Sie sehen brauchen wir schon einen großen Bauernhof, damit unser Ego Platz hat.

Zugabe: I am from Austria

Link zum Programm-Folder

Event
40. Konzert am Bauernhof
Wann
Donnerstag, Mai 31, 2018
20:00 - Alle Altersgruppen
Wo
Plaßgut (Karte)
Anton-Bruckner-Straße 4 4052 Ansfelden
Ansfelden, OÖ, Österreich 4052

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